Bei Airbnb hängt es vom Standort ab, wer die Ortstaxe, Kurtaxe oder City Tax einzieht und abführt. Zieht Airbnb die Abgabe bereits beim Gast ein, darf der Betrieb sie nicht nochmals kassieren.
Diese Anleitung zeigt, wie Sie die Zuständigkeit prüfen, die Abgabe im Inserat und in der Buchungsaufstellung kontrollieren und Doppelverrechnungen vermeiden.
Zuerst klären: Wer zieht die Airbnb-Ortstaxe ein?
Airbnb zieht Ortstaxen nicht flächendeckend ein. Ob Airbnb die Abgabe selbst berechnet, beim Gast einzieht und an die zuständige Stelle abführt, hängt vom Land, der Stadt und den dort geltenden Vereinbarungen ab. Deshalb müssen Sie die Steueraufstellung für jeden Standort prüfen, bevor Sie die Airbnb-Ortstaxe einstellen oder selbst kassieren.
Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Abläufe:
- Airbnb zieht ein und führt ab: Die Abgabe erscheint in der Buchungsaufstellung, wird aber nicht an den Betrieb ausbezahlt. Sie darf nicht nochmals beim Gast kassiert werden.
- Airbnb zieht nicht ein: Der Betrieb bleibt für die Einhebung und Abfuhr verantwortlich. Die Abgabe muss entsprechend der Gemeindesatzung und den zulässigen Airbnb-Einstellungen eingerichtet oder vor Ort eingehoben werden.
Die kommunale Meldepflicht kann in beiden Fällen beim Betrieb bleiben. Prüfen Sie deshalb zusätzlich zur Airbnb-Aufstellung immer die Vorgaben Ihrer Gemeinde.
Airbnb-Ortstaxe einstellen und mit einer Testbuchung prüfen
Kontrollieren Sie zuerst, ob Airbnb Ihren Standort in der Liste zur Steuererhebung aufführt. Prüfen Sie danach das Inserat und die vollständige Preisaufschlüsselung einer Testbuchung oder der ersten echten Reservierung.
Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:
- Prüfen Sie die Bezeichnung, Berechnung und Höhe der Abgabe in der Gemeindesatzung.
- Kontrollieren Sie in der Airbnb-Länderliste, ob Airbnb die Abgabe an Ihrem Standort selbst einzieht.
- Prüfen Sie im Inserat, ob Ortstaxe, Kurtaxe oder City Tax ausgewiesen wird.
- Vergleichen Sie die Preisaufschlüsselung der Buchung mit der Auszahlung an den Betrieb.
- Kassieren Sie die Abgabe nur dann selbst, wenn Airbnb sie nicht bereits eingezogen und abgeführt hat.
- Dokumentieren Sie Befreiungen und Sonderfälle nach den Vorgaben Ihrer Gemeinde.
Ein Preisaufschlag im Airbnb-Rateplan ist keine Ortstaxe. Er dient der Preis- und Provisionsstrategie und ersetzt weder die gesonderte Abgabenposition noch die Prüfung der Airbnb-Steueraufstellung.
Airbnb-Ortstaxe in Deutschland
In Deutschland nennt die aktuelle Airbnb-Liste zur Steuererhebung Dresden, Dortmund, Frankfurt am Main und Wiesbaden. Airbnb bezeichnet die Abgaben in der Übersicht einheitlich als „Tourist Tax“, obwohl die kommunalen Namen und Berechnungen unterschiedlich sind.
| Stadt | Kommunale Bezeichnung | Airbnb-Berechnung | |
|---|---|---|---|
| Dresden | Beherbergungssteuer | 6 % des Übernachtungspreises einschließlich Endreinigung | | |
| Dortmund | Beherbergungsabgabe | 7,5 % des Übernachtungspreises ohne Endreinigung | | |
| Frankfurt am Main | Tourismusbeitrag | 2 EUR pro Person und Nacht | | |
| Wiesbaden | Kurbeitrag | 5 EUR pro Person und Nacht, bis einschließlich der ersten 30 Nächte | |
Für Buchungen an diesen Standorten zieht Airbnb die Abgabe beim Gast ein und führt sie direkt an die zuständige Stelle ab. Der Betrag erscheint daher nicht als Auszahlung an den Betrieb. Weitere Melde- und Dokumentationspflichten können trotzdem bestehen.
Airbnb weist außerdem darauf hin, dass ein Betrieb mit der Annahme einer Reservierung auf eine behauptete Befreiung verzichtet, wenn Airbnb die Abgabe bereits einzieht. Prüfen Sie daher die aktuelle Airbnb-Liste und die Satzung Ihrer Stadt, bevor Sie Einstellungen ändern oder eine Befreiung zusagen.
Airbnb-Ortstaxe in Österreich
Österreich ist in der aktuellen Airbnb-Länderliste zur Steuererhebung nicht aufgeführt. Gehen Sie deshalb nicht davon aus, dass Airbnb die Ortstaxe automatisch einzieht oder abführt. Prüfen Sie das Inserat, die Buchungsaufstellung und die für Ihren Betrieb geltenden Vorgaben der Gemeinde beziehungsweise des Bundeslandes.
Wenn Airbnb die Abgabe nicht einzieht, bleibt der Betrieb für die korrekte Berechnung, Einhebung, Meldung und Abfuhr verantwortlich. Berücksichtigen Sie dabei insbesondere unterschiedliche Sätze, Altersgrenzen, Befreiungen und saisonale Änderungen.
Endreinigung, Preisaufschlag und Ortstaxe trennen
Die Endreinigung ist eine Serviceleistung der Unterkunft. Die Ortstaxe, Kurtaxe oder City Tax ist eine kommunale Abgabe. Beide Positionen können unterschiedlich berechnet und steuerlich behandelt werden und müssen deshalb in der Buchungsaufstellung und auf der Rechnung getrennt bleiben.
Eine Endreinigungsgebühr ersetzt keine Ortstaxe. Ebenso darf ein allgemeiner Preisaufschlag nicht als kommunale Abgabe behandelt werden. Wie Sie die Endreinigung als eigene Position führen, erklärt der Artikel Endreinigung verrechnen.
Häufige Fragen
Zieht Airbnb die Ortstaxe immer automatisch ein?
Nein. Airbnb zieht die Abgabe nur an Standorten ein, an denen eine entsprechende Vereinbarung oder rechtliche Verpflichtung besteht. Prüfen Sie die aktuelle Airbnb-Länderliste, das Inserat und die Buchungsaufstellung. Ist die Ortstaxe dort nicht als von Airbnb eingezogene Abgabe ausgewiesen, bleibt in der Regel der Betrieb verantwortlich.
Wie kann ich die Airbnb-Ortstaxe einstellen?
Klären Sie zuerst Berechnung, Höhe und Befreiungen mit Ihrer Gemeinde. Prüfen Sie anschließend, ob Airbnb die Abgabe an Ihrem Standort bereits selbst erhebt. Nur wenn Airbnb sie nicht einzieht, richten Sie die zulässige Abgabenposition im Inserat ein oder organisieren die Einhebung vor Ort.
Ist die Airbnb-Ortstaxe in der Auszahlung enthalten?
Wenn Airbnb die Abgabe selbst einzieht und an die zuständige Stelle abführt, wird sie nicht an den Betrieb ausbezahlt. Zieht Airbnb sie nicht ein, müssen Sie anhand der Buchungsaufstellung und Ihrer Konfiguration prüfen, ob sie vom Gast separat zu zahlen ist. Die Auszahlung allein beantwortet diese Frage nicht.
Muss ich eine von Airbnb eingezogene Ortstaxe nochmals kassieren?
Nein. Weist die Buchungsaufstellung aus, dass Airbnb die Ortstaxe bereits eingezogen hat und abführt, darf sie nicht nochmals vom Gast verlangt werden. Prüfen Sie bei Unsicherheit die Steueraufstellung der konkreten Reservierung und die aktuelle Airbnb-Regelung für Ihren Standort.
Wie funktioniert die Ortstaxe bei Booking.com?
Booking.com verwendet andere Zahlungsabläufe. Dort kann die Abgabe Teil des belastbaren VCC-Betrags oder der Bankauszahlung an den Betrieb sein. Wie Sie eine Reservierung mit einer Rechnung und einer vollständigen Zahlung abschließen, erklärt der Artikel Ortstaxe bei Booking.com inklusive abrechnen.
Unterstützung bei der Einrichtung
Wenn die Airbnb-Steueraufstellung nicht zu Ihrer kommunalen Regelung oder zur importierten Reservierung passt, senden Sie dem igumbi-Support die Buchungsnummer und einen Screenshot der vollständigen Preisaufschlüsselung. So lässt sich prüfen, ob Airbnb, die Rateplan-Konfiguration oder der Betrieb die Abgabe berücksichtigen muss.